NATURVERMITTLUNG

Edith Weiss

 

 

Das südliche Waldviertel, dort wo Große und Kleine Krems zusammentreffen, kenne ich von klein auf und doch gibt es in dieser vertrauten Gegend immer wieder Neues zu entdecken.

 

Die enorme Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Gesteinen oder die geschichtsträchtigen Orte des wildromantischen Kremstales erzählen von längst vergangenen Zeiten, von Vulkanen und Eiszeiten, Neandertalern und Rittern.

 

Auch aktuelle Themen wie Wasserkraft, Biber und Klimaveränderung setzen hier deutliche Zeichen, die mitunter erst sichtbar werden, wenn man sie erklärt bekommt. Ebenso die Geschichten von nützlichen Pflanzen wie Ruchgras, Engelsüß und Tollkirsche.

 

Gerne begleite ich Sie als Natur- und Landschaftsvermittlerin auf einer Entdeckungstour in der Umgebung der Gillausklause.

 

Auf wandermap.net finden Sie einige bewährte Strecken in der Gemeinde Albrechtsberg.

 

Die Routenführung kann individuell geplant werden oder auch ganz kurz ausfallen, in Form eines Kräuterspazierganges oder eines Rundganges durch Fauna und Flora rund um die Gillausklause, vom Bach bis rauf zum Felsen.

 

Das Honorar richtet sich nach Gruppengröße, Dauer und Inhalt der Naturvermittlung, in etwa € 10,- pro Teilnehmer für 2 - 3 Stunden. Bei Gruppen unter 8 Personen fällt eine Pauschale von € 80,- an.

 

Für die detaillierte Planung einer Wanderung mit Naturvermittlung erreichen Sie mich unter:
Tel.: +43-(0)676 302 98 00 oder per E-Mail: edith.weiss@gmx.at

 

 

 

DER GARTEN DER GILLAUSKLAUSE

ist seit 2015 ein zertifizierter „Naturgarten“ und gehört zum Vogelschutzgebiet Albrechtsberg.

 


FAUNA
Das Mikroklima der Gillausklause ist eine interessante Kombination eines Kaltluftsees mit einem Übermaß an Speicherwärme.
Neben einer großen Vielfalt von Vögeln (vom Adler bis zur Bachstelze) und Schmetterlingen bietet der Gillausbach und seine Umgebung Lebensraum für einige spezialisierte Bewohner.

 

WASSER SPITZMAUS: guter Schwimmer, taucht bis zu 20 Sek., fängt Würmer, Schnecken, kleine Fische und Frösche
RINGELNATTER: erkennbar an den gelben sichelförmigen Flecken am Kopf, sonst dunkelgrau – schwarz gemustert, wird etwa 150 cm lang, fängt Fische, Frösche, Molche, Mäuse; sucht sonnige Plätze auf dem Hang zum Aufheizen auf, Weibchen legt bis zu 20 Eier in Kompost-, Laub- od. Misthaufen, diese werden durch die Verrottungswärme ausgebrütet.
Flieht vor Menschen, ihr Biss ist ungefährlich.
ERDKRÖTE: braune warzige Haut, Weibchen größer als Männchen (bis 14 cm), überwintern in Erdhöhlen bis März, wandern bis zu 4 km im Umkreis ihres Laichgewässers, legen bis 6 000 Eier in langen Laichschnüren, daraus schlüpfen 1 cm lange schwarze Kaulquappen, im Juni/Juli ist die Entwicklung zur Jungkröte abgeschlossen, lebt dann an Land, fängt Insekten, Schnecken, Würmer.
FEUERSALAMANDER: schwarz-gelb gefleckt, bis 20 cm lang, wird bis zu 20 Jahre alt, Hautsekret verursacht bei Feinden Hautreizungen, bei feuchtem Wetter auch tags unterwegs, sonst nachtaktiv.
SCHWARZSTORCH: ca. 95 cm groß, schwarz mit weißem Bauch, Beine und Schnabel rot, jagt Frösche, Würmer, Fische, Mäuse. Im Gegensatz zu seinem weißen Verwandten sehr scheuer Waldbewohner, daher selten zu sehen. Die Lichtung in der Gillausklause ist mit den Teichen und dem umgebenden Wald der ideale Lebensraum für den Schwarzstorch. Von September bis April überwintert er in Afrika.
GEBIRGSSTELZE: bis 18 cm lang, grauer Rücken, gelber Bauch schwarz gemustert, läuft oft wippend, brütet in Mauernischen in der Nähe von rauschenden Fließgewässern bei Wehren oder Brücken, fängt Insekten und deren Larven, oft auch im Flug. Brütet 2 mal im Jahr, bleibt auch über Winter.
BLAUFLÜGEL-PRACHTLIBELLE: Körper ca. 4 cm lang, Flügelspannweite ca. 7 cm, beim Männchen schimmern Körper und Flügel metallisch blau-türkis bis schwarz, bei m Weibchen grün-braun. Die windstille Lichtung am kühlen rasch fließenden Bach ist für diese Libelle wie geschaffen. An den bewachsenen Ufern kann die Prachtlibelle mit ihren relativ breiten Flügeln gut landen, ohne von starkem Wind vertragen zu werden. Da die Larven sauerstoffreiche Gewässer mit Vegetation und gleichbleibend niedriger Temperatur brauchen, dient die Blauflügel-Prachtlibelle als Indikator für hohe Wasserqualität.
FLUSSKREBSE: Für die gute Wasserqualität des Gillausbachs spricht die Tatsache, dass man – selten, aber doch – die nachtaktiven europäischen Edelkrebse finden kann.
BLINDSCHLEICHE: beinlose Eidechse, kupferfarbig glänzend, bis 50 cm lang, fängt Insekten und Schnecken, bei Gefahr kann das Schwanzende abgeworfen werden.
EICHHÖRNCHEN: sind vor allem im Herbst zu beobachten, wenn die Walnüsse reif sind
SIEBENSCHLÄFER: mausähnliches Nagetier, graues Fell, buschiger Schwanz, große schwarze Augen. Ernähren sich von Knospen, Rinde, Früchten, Pilzen, zum Anlegen von Winterspeck fettreiches Futter wie Bucheckern, Eicheln und Nüsse, quartieren sich in Baumhöhlen, Nistkästen und Dachböden ein. Der Name stimmt nicht ganz, da der Winterschlaf eigentlich noch länger, von September bis Anfang Mai, dauert.
SCHMETTERLINGE: durch das vielfältige Angebot von Futterpflanzen sind auch sehr viele verschiedene Falterarten zu beobachten, wie Zitronenfalter, Admiral, C-Falter, Trauermantel, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, versch. Bläulinge, Russischer Bär, Kaisermantel, Kohlweißling, Blutströpfchen, …

 

 

FLORA
Durch die Hanglage nicht einfach zu bearbeiten und pflegen, mussten wir die Außenbereiche der Gillausklause vom Wald „zurückerobern“, die vorhandene Steinmauern und Terrassen revitalisieren und neue Wege und Nutzflächen anlegen.
Trockensteinmauern bieten vor allem in Hanggärten viele Vorteile:
Das Material war schon vorhanden, musste nur mehr verbaut werden, klimaneutraler Baustoff, händisch verarbeitet. Mit wenig Aufwand entstanden Bänke, Nischen und Abstellflächen.


Die Steine speichern Wärme und durch Bewuchs (Farne, Moos, Immergrün) auch Feuchtigkeit als Puffer in Trockenperioden.
In Spalten finden sich Verstecke und Nistplätze für Insekten, Vögel, Kröten, Blindschleichen…
Bei Starkregen wird Wasser verlangsamt nach unten abgegeben und so Erosion verhindert. Der dicke Teppich aus Immergrün spielt dabei eine wichtige Rolle, denn auch hier muss der Regen erst durchsickern.


Durch die Terrassen wurde der Hang in mehrere Bereiche gegliedert und nutzbar. Neben den gemütlichen Sitzplätzen entstanden das Kräuterbeet, die Himbeerhecke, das Gemüse- und Ribiselgartl, das Paradeiserbeet und noch andere kleine Inseln für Blumen und Obstbäume.
Bei der Auswahl der Obstbäume wurde auf standortgerechte Sorten geachtet, die die strengen Waldviertler Winter schadlos überstehen. Durch die abgeschiedene Lage sind Obstsorten erfolgreich, die in der näheren Umgebung keinen Befruchtungspartner benötigen. Da die hohe Luftfeuchtigkeit Pilzkrankheiten begünstigt, war auch diesbezüglich die Auswahl resistenter und gesunder Sorten wichtig.
Zum Teil waren schon alte Obstbäume vorhanden, wie zum Beispiel der Tafelapfel mit dem klingenden Namen „Edelrambour von Winnitza“. Diese robuste, besonders für Grenzlagen geeignete Winterapfelsorte stammt aus der Ukraine und ist dort bereits seit 1899 bekannt. Unser Baum ist eines von wenigen Exemplaren, die noch im Waldviertel und dem Wienerwald vorhanden sind.


Im oberen Garten gedeiht auch eine „Klosterneuburger Marille“, eher untypisch fürs Waldviertel, hier auf einem begünstigten Platzerl, das von der Strahlungwärme der Felsen beheizt wird. Von der sonnigen Lage der Terrasse profitiert auch ein Weinstock, der dort die Pergola erklimmt.
Weiters findet man noch eine „Rote Ringlotte“, eine „Williams Christbirne“ und eine „Stanzer Zwetschke“, die beinahe dem Wildverbiss zum Opfer gefallen wäre, denn für Hasen und Rehe sind die jungen Triebe im schneereichen Winter eine willkommene Delikatesse. Die Obstbäume erhielten deshalb einen Verbissschutz. An heißen Sommernachmittagen spendet der große Walnußbaum kühlen Schatten für die weiße Terrasse.
Im Gemüsegartl gedeihen bunte Erdäpfel, Kürbisse, Rhabarber, Erdbeeren, Salat, würziger Rucola und Etagenzwiebel bunt gemischt, jedes Fleckchen wird genutzt. Die verschiedensten Küchen- und Heilkräuter findet man im Kräuterbeet, eine Etage tiefer. Dort findet man Schnittlauch, Salbei, Estragon, Weinraute, Ysop, Kamille, Ringelblume, Malve und die milde Apfelminze. Basilikum und Bohnenkraut begleiten die Paradeiser in ihrem Beet, die Mischkultur wirkt als Aromatherapie gegen Schädlinge und Krankheiten.


Der noch recht ursprünglich bewachsene Bereich ganz oben auf den Felsen wird von Robinien dominiert, die vermutlich wegen ihres harten Holzes für Zaunsteher vor langer Zeit angepflanzt wurden und sich durch Wurzelausläufer verbreiteten. Im ganzen Garten dürfen sich Wildpflanzen einfügen, Haselsträucher und Pfaffenhütchen, Brombeerranken und Hollerbüsche haben genauso ihre Berechtigung, wie Königskerzen, Wald-Platterbsen, Wilder Majoran oder Knoblauchrauke. Es finden sich auch gefährdete Pflanzen, wie Pyramiden-Günsel, der giftige Seidelbast und die Schopfige Traubenhyazinthe.

 

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